Politischer Werdegang und Grundhaltung

Aufgewachsen bin ich mit meinen Eltern in einer links-intellektuellen Kommune (Wohngemeinschaft) und dies im rechts-konservativen Seeländer Bauerndorf Schüpfen, das niemanden geringeren zu seinen Ehrenbürgern zählen darf als den SVP-( damals noch Bauern- und Bürgerpartei) Gründer Rudolph Minger. Von meinen Eltern habe ich in bestem Anschauungsunterricht soziale und politische Integration vorgelebt erhalten; mein Vater - damaliger Nationalratskandidat für die Sozialistische Arbeiterpartei (SAP)  - hat sich bei der Dorf-Feuerwehr einspannen lassen, meine Mutter  - eine feministisch angehauchte linke Demonstrantin  - hat sich wöchentlich einmal mit dem Landfrauenverein in Schüpfen zum Spinnen getroffen. Von ihnen habe ich früh gelernt, dass es nicht nur Schwarz oder Weiss, nicht nur Links oder Rechts gibt, sondern dass es darum geht, auf der Grundlage von Prinzipien und Haltungen pragmatisch und lösungsorientiert sich in den öffentlichen Diskurs einzubringen.

 

Vor rund 9 Jahren bin ich der SP beigetreten und habe mich gleich in der Gemeindepolitik engagiert. Meine Grundwerte sind sozialdemokratisch, ökologisch, mein Handeln ist pragmatisch, lösungsorientiert. In der Gemeindepolitik halte ich wenig von ideologischem Parteigezänk im Gegensatz zur nationalen Politik, wo die Parteien sich deutlich positionieren und profilieren dürfen, ja müssen.

Politische Tätigkeiten

  • Seit 2006 für die SP Stadtrat in Nidau
  • 2008 Stadtratspräsident während einem Jahr
  • 2012 - 2013 Präsident der Aufsichtskommission
  • 2012 - 2013 Vizepräsident der Geschäftsprüfungskommission
  • 2012 - 2013 Fraktonspräsident der SP Nidau
  • 2012 - 2013 Präsident a. i. der SP Nidau
  • seit Sept. 2013 Gemeinderat, Vorsteher für Bildung, Kultur und Sport

Gemeindepolitik in Nidau

Leben in Nidau

In Nidau wohnen zu dürfen erachte ich als grosses Privileg! Ein grosser Teil von Nidau liegt auf einer Insel, begrenzt durch den Zihl-Kanal, den Nidau-Büren-Kanal (Aare) und das Seeufer. Nidau ermöglicht durch seine Überschaubarkeit, die Menschen, die hier leben, zu kennen. Zudem hat Nidau eine gute Infrastruktur, ein intaktes Kleingewerbe, einladende Restaurants und Cafés und gute Einkaufsmöglichkeiten. Verkehrstechnisch ist Nidau sehr gut an den Knoten Biel angebunden. Die Nähe zum See und zum Jurasüdfuss macht Nidau im Sommer zu einem sehr attraktiven Ort zum Leben und im Winter ist man mit öffentlichen Verkehrsmitteln in einer Stunde im Skigebiet!

 

Mittelfristig wird sich Nidau städtebaulich entwickeln. Die Überbauung des Moserareal und vor allem das Projekt Agglolac werden in den kommenden Jahren Nidau verändern. Gerade deshalb ist es wichtig dafür zu sorgen, dass wir in Nidau neue Begegnungsräume schaffen, damit das Städtchen seinen dörflichen Charakter wahren kann.

Dazu hat es in Nidau noch viel Potential. Den kleinen Markt könnte man ohne viel Aufwand erweitern, der Bibliotheksplatz und das Bahnhofareal laden in der aktuellen Verfassung kaum zum Verweilen ein und kleinere Nischen, wie z. B. der Platz zwischen Gemeindehaus und Kirche, liegen brach. Einiges wurde in den letzten Jahren aber auch realisiert. Zum Beispiel haben wir seit letztem Sommer einen neuen Bade-Steg am Aare-Ufer!

Verkehr und Sicherheit

Schiefer Kirchenturm von Nidau
Der schiefe Kirchenturm von Nidau zeugt von flexiblem Untergrund.... Die Sicherheit der Nidauerinnen und Nidauer ist dadurch aber nicht gefährdet!

Das wunderschöne Städtchen Nidau ist geplagt durch einen lästigen Durchgangsverkehr, der nicht nur das Leben im Städtchen beeinträchtigt, sondern auch die Sicherheit unserer Kinder, älterer Menschen und der Velofahrerinnen und Velofahrer gefährdet. Besonders für jene Kinder, die für ihren Schulweg ganz Nidau durchqueren müssen, stellen die stark befahrenen Hauptstrasse und Dr. Schneider-Strasse ein gefährliches Hindernis dar. Leider hat das Stimmvolk eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 in Nidau vor drei Jahren abgelehnt, vor allem auch, weil um die Sicherheit im Zusammenhang mit der Aufhebung von Fussgängerstreifen Polemik betrieben wurde.

 

Im Zusammenhang mit dem Anschluss der Stadt Biel an die Autobahn N5 und dem damit drohenden drastischen Anstieg des Zubringer-Verkehrs vom Südufer des Bielersees durch Nidau, muss die Stadt sehr bald flankierende Massnahmen zur Verkehrsberuhigung ergreifen.

 

Meine Vision ist klar, irgendwann ein autofreies, flanierfreundliches Nidau zu haben, das für seine Bewohnerinnen und Bewohner, wie auch für das Kleingewerbe ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort darstellt.

Dabei muss Nidau, wie auch das ganze südliche Bielersee-Ufer noch besser durch den öffentlichen Verkehr erschlossen werden. Schon heute sind zu Stosszeiten die Kapazitätsgrenzen der ASM-Bahn erreicht. Wir brauchen daher unbedingt ein Regio-Tram.

 

Mein persönlicher Beitrag:

Ich und meine Familie bewegen uns täglich mit dem Velo und dem ÖV. Wir besitzen kein Auto.

Finanzen

Die finanzielle Situation in Nidau sieht nicht rosig aus  - genau so wenig wie jene der umliegenden Gemeinden. Das wird sich in den kommenden Jahren in Anbetracht der finanziellen Situation des Kantons nicht verbessern, was die Steuern in Nidau mittelfristig wohl kaum zum Sinken bringt. Die Attraktivität von Nidau liegt meiner Ansicht nach aber auch nicht darin, einen möglichst tiefen Steuerfuss anbieten zu können. Nidau ist beschaulich und überschaubar, hat eine hervorragende geographische Lage, gute Verkehrsanschlüsse, sehr gute Schulen und eine gut ausgebaute Infrastruktur. Ich denke dass Nidau sich besser verkaufen kann und seinen Bürgerinnen und Bürgern einen besseren Dienst erweist, wenn es dafür sorgt, dass diese Infrastruktur und der Service Public ein hohes Qualitätsniveau behält. Wir dürfen uns daher weder zu Tode sparen noch das Geld verjubeln, sondern eine gute Balance zwischen Investieren und Sparen finden. 

Energie

Nidau trägt das Energiestadt-Label. Darauf dürfen wir stolz sein! Allerdings dürfen wir uns hier auch nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Wollen wir die Energiewende - und die will ich - dann muss die Gemeinde den privaten Haushalten mit gutem Beispiel vorangehen. Es geht darum die 2000 Watt-Gesellschaft anzustreben und da braucht es nicht einmal einen wesentlichen Verzicht auf Wohlstand und Komfort, sondern einen intelligenten Einsatz moderner Technik.

 

Mein persönlicher Beitrag:

Als Bewohner eines alten nicht-isolierten Hauses, gibt es bei mir im Wohnbereich sehr viel Verbesserungspotential. Auch was den Energie- und Ressourcenverbrauch im Zusammenhang mit elektronischen Geräten angeht, bin ich kein Vorzeigeschüler. Bei Neuanschaffungen von Geräten achte ich aber konsequent auf deren Energie-Effizienz. Ferner kämpfe ich gegen den Trend zur Wegwerfgesellschaft (reparieren und wiederverwerten statt wegwerfen und neu-kaufen).

Migration und Integration

Wir brauchen eine emotionslose intelligente und vor allem menschenachtende Asyl- und Integrationspolitik! Die verlogene Haltung, Menschen mit Migrationshintergrund einerseits als billige und gute Arbeitskräfte willkommen zu heissen und andererseits diese generell als potentiell kriminell zu betrachten, ist schlicht menschenverachtend. Dass gewisse Parteien sich mit dieser Haltung profilieren und dabei viel Geld verdienen, ist bedenklich.

Gerade in Nidau, das eine sehr heterogene Bevölkerungsstruktur hat und wo es einen hohen Anteil an Ausländerinnen, Ausländern, Asylbewerberinnen und Asylbewerbern gibt, tun wir gut daran, in die soziale Integration dieser Leute zu investieren. Grosse Probleme habe ich mit der Vermischung vom ökonomischen und sozialen Status von Migrantinnen und Migranten als Grundlage zur Beurteilung von Einbürgerungsgesuchen, wie das in Nidau vor wenigen Jahren eingeführt wurde (grundsätzliche Nicht-Einbürgerung von Sozialhilfebezüger/Innen). 

 

Mein persönlicher Beitrag:

Ich sehe die Integration von Ausländerinnen und Ausländern als wichtige Aufgabe der Gemeinde und setze mich dafür ein, dass diese gut ausgebaut ist.

Kultur, Freizeit und Sport

In Nidau gibt es ein reges Vereinsleben und das müssen wir unbedingt unterstützen und fördern. Ich erachte das als eine der besten Möglichkeiten, so etwas wie eine Dorf (Stadt-)Gemeinschaft zu pflegen und nicht zuletzt als Gelegenheit der Integration von Menschen aller Art. Das beste Beispiel dafür ist der Verein Internido, der sich explizit für die Integration einsetzt. Überregionale Anerkennung geniesst das kulturelle Angebot des Vereins Kultur Kreuz Nidau sowie die Grossprojekte, die in den letzten Jahren auf der Brache des ehemaligen EXPO-Geländes stattgefunden haben. Aber natürlich auch das Stedtlifescht und das Open-Air-Kino im Schlosshof gehören zu Nidau!

 

Auch diese Aktivitäten und Angebote tragen wesentlich zur Attraktivität unserer Stadt bei. Ich trete daher ein, für eine starke Unterstützung von Sport- und Kulturvereinen in unserer Stadt.